Neuer Sächsischer Kunstverein e.V.

Grußwort der Ministerin

Grußwort der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst für die Broschüre zum 25-jährigen Bestehen des Neuen Sächsischen Kunstvereins

„Ein Kunstverein ist eine gute Idee, und sie liegt eigentlich nahe: Kunstsinnige Bürgerinnen und Bürger tun sich zusammen, um miteinander Kunst zu genießen; um auch andere daran teilhaben zu lassen; um, wenn alles gut läuft, das Entstehen von Kunst zu befördern. In Deutschland, sozusagen dem Heimatland des Vereinswesens, kam man auf diese Idee schon früh. Der Sächsische Kunstverein, Ahne und Vorbild des Neuen Sächsischen Kunstvereins, wurde 1828 gegründet, in einer Zeit, als so etwas noch eine geradezu revolutionäre Tat war: Bürgerliche taten sich zusammen, um dem Adel und dem Klerus zu zeigen, dass Kunst und Kultur auch ihre Angelegenheit sei, dass sie aktiv für Fortschritt, Bildung und das Schöne eintreten wollten und konnten … und dass das nur der Anfang sei, ganze Gesellschaftsmodelle neu zu denken. Nicht Geschmack und Repräsentationsbedürfnis eines Potentaten, sondern fachlich gestützte Liebe zur Kunst und Ergebnisse gemeinsamer Entscheidungen galt es, in die Öffentlichkeit zu tragen.“

„Bei der Neugründung vor 25 Jahren stand ein Wetterleuchten dieser beinahe revolutionären Anfänge wieder am Himmel: 1989 hatten, „Wir – das Volk“ wiederum Schluss gemacht auch mit einer von oben diktierten Anschauung davon, wie Kunst aussehen sollte und in wessen Hände ihre Pflege gelegt zu werden hatte. Die Menschen in Dresden, Sachsen und dem weiteren Umkreis nahmen ihre neugewonnene Freiheit und Öffentlichkeit ernst und sahen für sich das Recht und die Pflicht der Einmischung in ihre eigenen Angelegenheiten. So wurde 1990 der Neue Sächsische Kunstverein e. V. gegründet. Wieder ging es um den Genuss an und um die genussvolle Mühe mit der Kunst.“

„Aufgrund öffentlicher Förderung gelang und gelingt es bis heute, die Arbeit des Neuen Sächsischen Kunstvereins auf professionelle Beine zu stellen. Bürgerinnen und Bürger – im besten Sinne: Leute, die sich für ihr Gemeinwesen verantwortlich fühlen – sowie Künstlerinnen und Künstler taten sich zusammen, Unterstützer wurden gesucht, und seither betreibt der Neue Sächsische Kunstverein seine hochqualifizierte, abwechslungsreiche Arbeit. Neue Leute, neue Ideen, neue Akzente kamen und kommen hinzu, mehrmalige Umzüge schufen wechselnde Atmosphäre, Projektpartner eröffneten neue Möglichkeiten. Zwar ist bildende Kunst Schwerpunkt der Arbeit des Neuen Sächsischen Kunstvereins, aber seinen besonderen Charme gewinnt sie aus dem Miteinander der verschiedenen künstlerischen Genres. Der Blick in die Regionen ist ebenso vertreten wie etwas, das in unseren globalisierten Zeiten zwar leicht scheint, aber immer noch schwer zu machen ist: Grenzüberschreitende Projekte. Selbstironische Künstlerinnen-Teller und Blicke über den Tellerrand finden sich Seite an Seite, und der Name einer Veranstaltungsreihe könnte genauso gut über der Arbeit des Vereins im Ganzen stehen: Hirngefunkel.“

„Ich wünsche dem Verein auch künftig, dass er unsere Köpfe zum Funkeln bringt, und dass er dabei immer wieder Aktive, Unterstützerinnen, Kenner und Genießerinnen gewinnt. Denn diese Arten von Leuten werden in unserer Gesellschaft allerorten gebraucht.“

Dr. Eva-Maria Stange

Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

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